CDU-Stadtratsfraktion in Nienburg: 71.000 Euro für Radweg-Anhebung sind unverhältnismäßig

13. Februar 2026
Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Nienburg spricht sich klar gegen die geplante Höherlegung des Radweges am Südring aus. Die veranschlagten Kosten von 71.000 Euro stünden in keinem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Problemlage, so die Fraktion.

Zwar komme es zeitweise zu Überschwemmungen auf dem betreffenden Abschnitt im Bereich der Brücke des Südrings über den Meerbach – allerdings ausschließlich dann, wenn der Meerbach tatsächlich Hochwasser führe. Der Eindruck, bereits normale Regenfälle würden regelmäßig für unpassierbare Zustände sorgen, sei irreführend.

„Wir reden hier nicht über ein dauerhaftes Problem, sondern über wenige Tage im Jahr, an denen der Meerbach Hochwasser führt“, erklärt die CDU-Fraktionsvorsitzende Barbara Weißenborn. „An genau dieser Stelle wurde beim Bau des Weges bewusst ein Hochwasserüberlaufpolder eingeplant. Wenn dort Wasser steht, erfüllt dieser Bereich seinen Zweck. Dann hat für kurze Zeit im Jahr die Natur Vorrang.“

Darüber hinaus bestehe rund um den Südring ein gut ausgebautes Wegenetz, sodass die betroffene Stelle problemlos umfahren werden könne. Für Fußgänger sei der Abschnitt selbst bei höherem Wasserstand meist passierbar. Einschränkungen träfen in erster Linie Radfahrer – insbesondere Nutzer von E-Bikes, für die das Durchfahren größerer Wasserflächen nicht ganz unproblematisch sei.

„Aber rechtfertigt das Investitionen von 71.000 Euro? Ganz sicher nicht“, so Weißenborn weiter. „Geld und Arbeitsaufwand stehen hier in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen – zumal bislang nicht einmal gesicherte Fördermittel vorliegen.“

Statt punktuell viel Geld für eine nur gelegentlich betroffene Stelle auszugeben, sieht die CDU an anderer Stelle deutlich größeren Handlungsbedarf für den Radverkehr in Nienburg. „Viele Radfahrer würden erheblich mehr profitieren, wenn wir an der Großen Drakenburger Straße endlich einen Fahrradstreifen abmarkieren oder die Radwegeverbindung von der Hannoverschen Straße in die Innenstadt in einen besseren Zustand versetzen würden“, betont Weißenborn. „Das würde den Radverkehr insgesamt deutlich verbessern und die Sicherheit im Alltag spürbar erhöhen.“

Zum Vergleich verweist die CDU-Fraktion zudem auf die Unterführung am Berliner Ring, die bei Meerbach-Hochwasser ebenfalls überspült werde, ohne dass bislang über eine kostenintensive Anhebung diskutiert worden sei.

Die CDU fordert daher, die Maßnahme nicht weiterzuverfolgen und die Haushaltsmittel stattdessen gezielt für Projekte einzusetzen, bei denen ein echter und dauerhafter Handlungsbedarf besteht – insbesondere dort, wo viele Bürgerinnen und Bürger täglich unterwegs sind.

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